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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 594 mal aufgerufen
 Bergbau
OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.507

27.04.2008 12:03
Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Schon um das Jahr 1000, so haben Forschungen* ergeben, gab es im Oberharz Bergbau, und zwar zunächst auf Kupfer. Der für den Harz eher typische Silbererzbergbau ist erstmal für 1487* nachgewiesen.

Der historische Harzer Bergbau hat nicht die Tagesanlagen, die man sich allgemein als bergbautypisch vorstellt: stählerne Fördergerüste mit drehenden Radscheiben etc. Die sind erst viel später aufgetaucht, und auch nur in geringer Zahl. Das angefügte erste Bild zeigt das relativ kleine Fördergerüst des Medingschachtes in Silbernaal zwischen Bad Grund und Clausthal-Zellerfeld.

Im Harz pflegte man früher alles aus Holz zu bauen und auch mit Holz zu bekleiden, auch die Fördergerüste. Als zweites füge ich ein Bild der Tagesanlagen der Schwerspatgrube Hoher Trost an. Ganz oben sieht man den holzverkleideten Förderturm mit den Schrägstützen in Richtung auf das dahinter stehende Treibehaus.
So, dass soll nur mal als Anschubinfo dienen, hier weitere Dokumente und Informationen über den Harzer Bergbau einzustellen.

*Niemann: Die Geschichte des Bergbaus in St. Andreasberg, Clausthal-Zellerfeld 1991

OOK.
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Angefügte Bilder:
Baryt-hoher-Trost-3.jpg   Medingschacht-02.jpg  

Feldbahner ( gelöscht )
Beiträge:

29.04.2008 15:36
#2 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten
Hallo,

ob der Beginn des Silberbergbaus nun erst auf das 1487 zurückgeht lass ich mal dahingestellt . . .

Auch wenn Holz der typische Baustoff des Harzer Bergbaus ist, so steht mit dem Fördergerüst des Ottiliae-Schachtes in Clausthal hier auch das älteste erhaltene eiserne Fördergerüst Deutschlands. Und so befanden sich wohl die ersten eisernen Grubenschienen auf den Gruben Caroline und Dorothee im Osten Clausthals.

Als Anhang noch ein Foto der Aufbereitung der eh. Grube Hoher Trost . . . wie schauen wie lange man diesen Anblick noch geniessen kann.

Grüsse aus dem Oberharz

Fauli

Angefügte Bilder:
ht1.jpg  

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.507

25.06.2008 07:43
#3 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Aus dem Programm für das 1. Halbjahr 2008 des Bad Lauterberger Kulturkreises:

1000 Jahre Bergbau im Harz

Nachdem im Juni 2007 die letzten 27 Tonnen Schwerspat aus
der Bad Lauterberger Grube „Wolkenhügel“ gefördert wurden
und somit in der letzten Grube im Harz die letzte „Schicht
gefahren“ wurde, endet nach tausend Jahren der gesamte
Bergbau im Harz.
Von einmal bis zu 1000 in Bad Lauterberg beschäftigten
Bergleuten genügten zuletzt durch modernste Technik nur
noch 14 Bergleute, um den Schwerspat zu fördern. Mit der
169-jährigen Schwerspatförderung ging in Bad Lauterberg
auch die 600-jährige Bergbautradition zu Ende.


OOK.
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Feldbahner ( gelöscht )
Beiträge:

08.07.2008 22:43
#4 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Hallo,

inzwischen dürften die Bergbauanlagen im Tal der Krummen Lutter nur noch am frischen Rasen zu erkennen sein. Nach meinen letzten Informationen sind die Tagesanlagen der Grube Wolkenhügel inzwischen vollständig abgerissen und einplaniert,in den Anlagen am Hohen Trost wütete bereits der Bagger. Damit geht auch das letzte Kapitel harzer Bergbaugeschichte definitiv zu Ende

Grüsse aus dem Oberharz

Andreas


Volka Offline




Beiträge: 4.597

10.08.2008 13:41
#5 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Hallo,

da wohnte ich 15 Jahre in Clausthal-Zelleferfeld und habe es kein einziges mal dahingeschafft. Erst Anfang Juni als alles schon im Abriß begriffen war, besuchte ich die Grube Hoher Trost. Anbei ein paar ungewöhnliche Bilder, die ein wenig Innenleben zeigen. Ich kenne mich dort nicht so gut aus, aber versuche mich mal an der Deutung was auf den Bilder zu sehen ist. Bitte korrigiert mich!

Alle Bilder von einer Aufbereitungsanlage. Hier wurde wohl größere Schwerspatbrocken etwas kleiner gemahlen, gesiebt, in Silos gelagert oder gleich von oben verladen / verpackt. Auf dem ersten Bild ist eine Gesamtübersicht vom oberen Gebäude auf dem Gelände auf die Aufbereitung. Man erkennt die Einführung der Förderanlage. Der große Stahlzylinder, der unten am Boden liegt, war bestimmt mal im oberen Teil des Gebäudes eingebaut - wo jetzt das Dach aufgerissen ist - und diente der Mahlung des Schwerspats.

Bild 2: Rollen für Förderbänder
Bild 3: Sieht aus wie ein Sieb
Bild 4+5: Seitenansicht von Näherem.
Bild 6, 7, 8: Einblick in den Anbau. Ich erkenne hölzerne Lagersilos, eine Art Flotationsanlage (dat runde Ding) und was zum Abkippen.
Bild 9: eine Förderschnecke

Vielleicht sind die Bilder auch für den Modellbauer von Interesse?

Viele Grüße

Volker

Angefügte Bilder:
1Img_6073.jpg   2Img_6079.jpg   3Img_6072.jpg   4Img_6071.jpg   5Img_6065.jpg   6Img_6066.jpg   7Img_6068.jpg   8Img_6069.jpg   9Img_6064.jpg  

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.507

10.08.2008 13:52
#6 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Zitat von Volka
Vielleicht sind die Bilder auch für den Modellbauer von Interesse?

Aber Hallo! Und ob.
Dankeschön.

OOK.
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Zackel Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 977

11.09.2008 06:34
#7 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Also: Bild 3 ist ein "Niagara-Doppeldecker" - ein Schwingsieb mit zwei Böden.
Bild 4/5: Das war mal eine Kugelmühle. Hätte theoretisch auch eine Stab- oder Autogenmühle sein können, aber die gab's am Hohen Trost nicht.
Bilder 6-8: Keine Flotation (die gibt's m.W. nur in Klabauterberg), sondern ein kleiner, süßer Rundeindicker und ein Sptzkasten (das hölzerne Teil). Beide dienten der Entwässerung der Brauchwässer, mit denen gesiebt und gemahlen wurde.
Auch die Schnecke auf Bild 9 diente offensichtlich der Entwässerung sowie der Klassierung des gemahlenen Rohspates.
Ich suche nach meinem Urlaub mal einen Verfahrensstammbaum vom Hohen Trost aus dem Bergarchiv heraus.

Glückauf

Jörn

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"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."


Volka Offline




Beiträge: 4.597

11.09.2008 21:53
#8 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Hi Jörn,

vielen Dank für die fachkundigen Erklärungen!

Volker


Michael Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 307

05.11.2008 10:36
#9 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Hallo,

als zunehmend interessierter Laie bin ich beim Googeln auf folgende Seite gestoßen (aber die kennt Ihr vielleicht schon?!):

http://www.industriedenkmal.de/index.html

Jedenfalls finden sich dort auch etliche interessante Bilder von Harzer Gruben- und Gießereianlagen.

Gruß

Michael

Ganz liebe Grüße aus Ostwestfalen!

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/


AxelR. Offline



Beiträge: 1.765

05.11.2008 18:00
#10 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

...ich kannte die Seite noch nicht.
Interessant, auch für Laien wie mich.
Danke <<um es mit dem neuen Button zu sagen ;-)

Gruss aus dem Harz
Axel


Zackel Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 977

09.12.2008 13:35
#11 RE: Geschichtsträchtiger Harzer Bergbau Antworten

Ich muss mich korrigieren; die Trommel auf Bilde 4/5 war ein Waschtrommel, wo der Rohspat von bindigen/lettigen Bestandteilen wie z.B. Ton befreit wurde. Die Akten bringen immer mehr Details zu Tage...

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