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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 617 mal aufgerufen
 Harz: Nicht-Eisenbahniges
Bergmensch Offline




Beiträge: 3.260

31.08.2018 20:07
DAS HEXENEXPERIMENT 1932 AUF DEM BROCKEN Antworten

DAS HEXENEXPERIMENT AUF DEM BROCKEN

Im Jahre 1932, am hundertsten Todestag von Goethe, wollte der britische Parapsychologe Harry Price ein Experiment wagen, welches die Wirksamkeit von Hexerei beweisen sollte. Ein geeigneter Ort könne nur der sagenumwobene Blocksberg, der Brocken sein. In einer Vollmondnacht wolle man dort dank eines altüberlieferten Zauberspruchs aus dem „Hochdeutschen Schwarzen Buch“ ein Ziegenböcklein zu einem Jüngling verwandeln. Am 18. Juni endlich, wollte Price (Direktor des National Laboratory of Psychical Research, der nationalen Forschungsstätte für parapsychologische Phänomene in London) auf dem „Hexentanzplatz“ vor hundert gebannten Zuschauern prüfen, was an dem mythischen Glauben und der Schwarzen Magie der alten Sagen dran sei:

Ein großer magischer Kreis wurde angelegt und mit den üblichen Symbolen versehen; ein Feuer aus Kiefernholz loderte und tauchte die ohnehin schon gespenstige Nacht in lichterne Fratzen und zitternde Schatten; die Schüssel mit Weihrauch verströmte seinen eigenwilligen Geruch …, alles passte, nur der Vollmond ließ sich nicht blicken. Jetzt wurde der Ziegenbock an einer silbernen Kordel in den heiligen Kreis geführt, mit einer eigens für dieses Ritual hergestellten Salbe (aus Fledermausblut, Ruß, Honig und einer Substanz, die man von einer geweihten Kirchenglocke abgerieben hatte) bestrichen und mit einem weißen Laken überworfen. Eine Jungfrau – die ledige Urta Bohn – sollte, wenn Price mit monotoner Stimme von eins bis zehn gezählt hätte, das Tuch herunterziehen und den verwandelten Jüngling alsogleich küssen.

„Eins, … zwei, …“, sogar der Wind setzte aus, um diesem Treiben zuzusehen; „… drei, … vier, …“ und tatsächlich riss die düstere Wolkendecke auf und der Vollmond beschien dieses obskure Treiben; „… fünf, … sechs, …“, die Spannung nicht aushaltend, verlor eine zuschauende Dame kreidebleich die Besinnung und fiel in sich zusammen; „sieben, … acht,“, zählte Price und wurde gewahr, dass es auf dem Brocken in jenem Moment so still war, dass man die Zuschauer angestrengt atmen hören konnte – eine Stecknadel wäre hier lauter auf der ansonsten sturmgepeitschten Erde auf den Boden gedonnert – „… neun, … zehn!“ – da zog die reine Jungfrau anmutig das weiße Laken von dem sicher verwandelten Geschöpf herunter, doch zum Erstaunen fast aller Anwesenden, stand dort noch immer der mit Blut und Honig beschmierte Ziegenbock, in jämmerlicher Verfassung, verwirrten Blickes und bibbernd vor Kälte. … Allmählich gaben die Zuschauer einen beherzten Beifall und als Price verkündete, er wäre mit dem Ergebnis zufrieden, wollte er doch beweisen, dass an jenen Hexereigeschichten nichts dran wäre, waren auch alle Anwesenden (deren Herz für einen Moment aufgehört hatte zu schlagen) erleichtert.

Später schrieb Price: „1932 wurde in ganz Deutschland die Hundertjahrfeier des unsterblichen Dichters Goethe gefeiert. Als der Harzer Verkehrsverband zur Hundertjahrfeier Goethes hörte, dass ich eine Kopie von dem Ritual der Bloksberg Tryst besaß, lud es mich ein, das Experiment als Teil der Goethejahr-Feiern zu wiederholen. Ich willigte ein. Ein weiterer Grund, warum ich beschlossen hatte zu gehen – ganz inoffiziell – war, dass ich die absolute Sinnlosigkeit des alten magischen Rituals unter den Bedingungen des 20. Jahrhunderts betonen wollte.“





Gruß von ganz oben, der Bergmensch 🙋‍♂️


kuno Offline



Beiträge: 1.500

31.08.2018 20:24
#2 RE: DAS HEXENEXPERIMENT 1932 AUF DEM BROCKEN Antworten

Reiner,
das Thema hatten wir schon einmal 2012.
Trotzdem danke für Deinen Bericht und die Ergänzungen.

Zitat von Stefan im Beitrag Hexenexperiment auf dem Brocken anno 1932
Hexenexperiment auf dem Brocken



Originalbildunterschrift von Juni 1932:
Interessante Hexenversuche in moderner Zeit ! Auf dem Brocken im Harz unternahm der bekannte englische Prof. Harry Price, zum erstenmal ein grosses Experiment, um den mythischen Glauben alter Sagen zu untersuchen und zu entkräften. Als Experiment diente die alte Sage, dass in einer Vollmond-Nacht ein Ziegenböcklein auf dem Brocken durch eine Jungfrau reinen Herzens in einen bildschönen Jüngling verwandelt wurde. Das magische Dreieck auf dem Brocken, in welchem die Hexen-Experimente stattfanden. Prof. Price mit dem jungen Ziegenbock neben ihm Prof. Joad und Fräulein Urta Bohn die Jungfrau reinen Herzens, welche das Experiment ausführten.
Quelle Wikipedia / Bundesarchiv


Photograph of Harry Price, C. E. M. Joad and Fraulein Urta Bohn at the preparations for the black magic experiments on the Brocken, 18 June 1932 (the Brocken Experiment) from Mary Evans
Quelle Amazon UK


Erklärung zum Bild aus dem hexen-forum:
Teufel - Bericht über einen modernen Versuch der Teufelsbeschwörung

Wernigerode, Deutschland. Eine Gruppe bedeutender deutscher und englischer Forscher auf dem Gebiet übersinnlicher Phänomene bestieg in der vergangenen Nacht den Brocken, Deutschlands Zauberberg, um dort mit Hilfe eines alten Rituals zu versuchen, einen Bock in einen jungen Mann zu verwandeln. Aber aus irgendeinem Grund blieb der Erfolg aus ...
Nun - man bedenke, dass Hexen seit Menschengedenken auf dem Brocken verkehren. Man erinnere sich auch daran, dass sogar Goethe in seiner Fausttragödie erklärt, der Brocken sei ein Ort, wo Ungewöhnliches geschähe:

Die Hexen zu dem Brocken ziehen, Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün, Dort sammelt sich der große Hauf, Herr Urian sitzt oben auf.

Wie es die Zauberformel verlangte, führte man den Bock an einer silbernen Kordel in den magischen Kreis. Nachdem er gesalbt worden war, warf man ihm ein weißes Laken über. Sodann dröhnte Harry Price, Direktor des National Laboratory of Psychic Research (nationale Forschungsstätte für parapsychologische Untersuchungen) in London, mit seltsam monotoner Stimme: "Eins!", dann zählte er mit genau den richtigen Pausen bis zehn weiter.

An die Hundert wegen des aufsteigenden Nebels in Mäntel gehüllte Zuschauer sahen atemlos zu .
Die reine Jungfer zog das weiße Laken herunter.

Und da stand der Bock, nicht gerade in bester Verfassung mit all dem Blut und Honig und dem Abgeschabten von Kirchenglocken, und zitterte vor Kälte.

Die Zuschauer klatschten herzlich Beifall, und die Forscher verkündeten, sie seien mit dem Ergebnis zufrieden.

Sie hätten ohnehin nicht erwartet, dass der Zauber wirken werde. Es habe sich nur darum gehandelt, durch ein gewissenhaftes Experiment zu beweisen, dass an diesen ganzen Hexereigeschichten nichts dran sei.

Washington Star. 28. Juni 1932

Quelle hexen-forum

Stefan


Bergmensch Offline




Beiträge: 3.260

31.08.2018 20:44
#3 RE: DAS HEXENEXPERIMENT 1932 AUF DEM BROCKEN Antworten

Danke Jörg, hatte ich vergessen.
Alteresheimer eben.

Gruß von ganz oben, der Bergmensch 🙋‍♂️


AxelR. Offline



Beiträge: 1.762

31.08.2018 22:00
#4 RE: DAS HEXENEXPERIMENT 1932 AUF DEM BROCKEN Antworten

tja Reiner..., ist wohl so...,
ging mir auch schon mal so..

Gruss aus dem Harz
Axel


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