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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 236 mal aufgerufen
 Wirtschaft (außer Forstwirtschaft, Bergbau, Steinbrüche)
OOK Offline


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Beiträge: 5.507

27.10.2010 21:10
Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Ist es nicht schön, das Carlswerk in Mägdesprung?

Das wäre doch ein super Vorbild für ein Modell, oder?
Aber das Carlswerk bestand/besteht ja nicht nur aus diesem einen Gebäude. Wer kann mehr erzählen und zeigen?

OOK.
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grüner Offline




Beiträge: 761

27.10.2010 21:26
#2 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Hallo Otto

unter http://www.eisenhuettenverein-maegdesprung.de/index.php gibt es ein paar Informationen, aber
" Die Geschichte der Eisenhütte unterm Mägdesprung " in der mir vorliegenden Printversion beschreibt die Aufstieg und den Untergang der Eisenverhüttung in Mägdesprung sehr anschaulich.

Gruss René


jaffa Offline


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Beiträge: 574

27.10.2010 21:32
#3 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Hier gibts die passenden Infos und Bilder: http://www.harzgerode.de/carlswerk/index2.htm

und hier noch mehr: http://www.mdm-online.de/location-guide/...eb476121983a470

... wenn auch nur kleine Abbildungen ... für einen Überblick des Geländes ist auch Raymond Faure eine gute Adresse: http://www.raymond-faure.com/Alexisbad/m...-carlswerk.html

Gruß --- Jürgen


OOK Offline


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Beiträge: 5.507

27.10.2010 22:04
#4 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Danke für die Links, aber vielleicht bekommen wir noch ein paar Daten und Bilder direkt hier ins Forum.
Übrigens hatte dieses Werk, soweit ich weiß, nie einen Gleisanschluss. Ist bekannt, ob die je etwas per GHE bezogen oder versandt haben?

OOK.
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OOK Offline


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Beiträge: 5.507

28.10.2010 08:41
#5 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Hier habe ich noch ein altes Dia aus der Wendezeit gefunden, aufgenommen in Mägdesprung, müsste also ebenfalls Carlswerk sein. Oder?

OOK.
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jaffa Offline


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Beiträge: 574

28.10.2010 10:20
#6 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Zitat von OOK
Hier habe ich noch ein altes Dia aus der Wendezeit gefunden, aufgenommen in Mägdesprung, müsste also ebenfalls Carlswerk sein. Oder?



Hmmmmm, wenn es auch Carlswerk ist, dann ist dieses Gebäude inzwischen längst abgerissen. Auf den von mir verlinkten Seiten sind stets nur drei Gebäude(reste) zu sehen: die 2-geschossige Maschinenhalle, die Schmiede (1-stöckiger Fachwerkbau) und der nackte Schornstein mit ein paar Mauerresten, offensichtlich vom Kesselhaus. Ich gehe davon aus, dass ein so markanter "Sägezahn"-Bau auf einer der Bildsammlungen auf jeden Fall erkennbar wäre.
Auf diesem Foto bei Raymond Faure* befindet sich das 2-geschossige Maschinenhaus rechts vom Fotografen:



... und in Gegenrichtung fotgrafiert, ist das zu sehen:



Mehr gibts dort bei keiner der Bildersammlungen zu sehen.

Gruß --- Jürgen

*Bilder eingestellt mit frdl. Genehmigung von Raymond Faure.


jaffa Offline


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Beiträge: 574

28.10.2010 10:56
#7 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

So, nun kann ich genaueres sagen: dein Sägezahnbau ist Mägdesprung, aber nicht Carlswerk ... guggst du hier:



Dort sieht man rechts im Vordergrund deinen Sägezahnbau, links im Hintergrund die markante 2-geschossige Maschinenhalle vom Carlswerk. Das Foto (ca von 1920) ist leider nur 9 x 6 cm groß, deshalb gibt es nicht mehr an Details her. (Otto, du hast das Foto übrigens auch: Simonsen-Buch "Der Harz, 219 Bilder", Seite 89 rechts oben.)

Hier noch ein zweites Bild aus Mägdesprung, ungefähr gleiche Zeit aus einem Harz-Album vom Lederbogen-Verlag, Halberstadt:



Dieses Foto ist aus Richtung Carlswerk fotografiert: man sieht das markante Gebäude mit dem mittigen Glockentürmchen von der anderen Seite.

Gruß --- Jürgen


jaffa Offline


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Beiträge: 574

28.10.2010 14:52
#8 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Zitat von OOK
Übrigens hatte dieses Werk, soweit ich weiß, nie einen Gleisanschluss. Ist bekannt, ob die je etwas per GHE bezogen oder versandt haben?



Zur zweiten Frage kann ich nichts sagen; zumindest hat(te) der Bahnhof ein Ladegleis. Einen Gleisanschluss gibt es in den Plänen bei Zieglgänsberger nicht. Da alle anderen Gleisanschlüsse sorgfältig dokumentiert sind, gehe ich davon aus, dass es ihn in Mägdesprung auch nicht gab.

Noch einmal zur Situation vor Ort in Mägdesprung. Bei fotobase.bildpartner.de gibt es ein schönes Luftbild von 2003 (Fotograf: MZ-Foto/Jürgen Meusel) – bis zu einer Auflösung von 640 Pixel sind die Bilder dort kostenfrei verfügbar:



Dort sieht man im Bildzentrum das besagte Gebäude mit dem Sägezahndach, in der rechten oberen Bildecke ein Dtück Bahnlinie und den Bahnhof. Das Carlswerk ist nicht mehr im Bild; es liegt etwa um eine halbe Bildbreite rechts neben dem Bild.
In Google-Earth noch einmal alles in Draufsicht:



Das helle Dach ist die 2-geschossige Maschinenhalle, links davon befindet sich die Schmiede. Ob die anderen Gebäude links davon noch in irgendeinem Zusammenhang zum Carlswerk stehen, kann ich nicht sagen. Mit Verweis auf die weiter oben genannten Quellen würde ich das eher verneinen.


Gruß --- Jürgen


OOK Offline


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Beiträge: 5.507

28.10.2010 17:06
#9 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Das Luftbild von Jürgen Meusel ist große Klasse. Aber es bringt mich auch dazu, mich an den Kopf zu fassen: So nah am gleis und kei Gleisanschluss. Was war denn das für eine Fabrik, die mit den ("Sägezahn") Shed-Dächern? Die werden ja keine Modellspielwaren hergestellt haben.

OOK.
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schmalspurloethi Offline



Beiträge: 674

28.10.2010 20:26
#10 "Sägezahngebäude" Mägdesprung Antworten

Hallo Otto, hallo Forumsfreunde,

in dem "Sägezahngebäude" war bis zur Wende eine Firma (Monsator), die Gasheizgeräte gebaut hat. Früher war es meines Wissens eine Gießerei. Unter anderem wurde dort Eisenkunstguß hergestellt aber auch schon Teile für Gasgeräte. Die Hirschgruppe auf dem Gelände, von der Straße gut zu sehen, entstand wohl dort(siehe auch http://www.eisenhuettenverein-maegdesprung.de/geschichte.php und http://www.harz.com/harzorte.php?op=ort&ort=64).

Gruß Henning


jaffa Offline


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Beiträge: 574

28.10.2010 20:29
#11 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Zitat von OOK
Was war denn das für eine Fabrik, die mit den ("Sägezahn") Shed-Dächern? Die werden ja keine Modellspielwaren hergestellt haben.



Das ist die ehemalige Eisenhütte Mägedesprung. Hier ein paar Auszüge aus der Geschichte, die komplett auf der Website des Eisenhütztenvereins steht: http://www.eisenhuettenverein-maegdesprung.de/geschichte.php

Zitat von Eisenhüttenverein
Etwa 1780 setzte durch bessere Erze aus der Grube Tilkerode eine Blütezeit der Verhüttung ein, die einen Ausbau der Hütte erforderlich machte: 1780 entstanden der I. und der II. Friedrichshammer mit je einem Frischfeuer, 1782 folgte der III. Friedrichshammer mit Blauofen, Frischfeuer und Schwarzblechhammer, sowie ein Stahlhammer zwischen dem Neuen Werk (Drahtzug) und Mägdesprung. 1786 wurde dann der IV. Friedrichshammer mit einem Frischfeuer gegründet. Der Absatz der zahlreichen Produkte erfolgte über ein ausgedehntes Niederlagensystem. In dieser Blütezeit wurde 1782 das Verwaltungsgebäude auf den Grundmauern eines früheren Gebäudes gebaut.
(...)
1809 wurde ein Hochofen errichtet, der u.a. die Voraussetzung für die Errichtung des berühmten Mägdesprunger Obelisk war. 1806 erhielt Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg die Herzogwürde. Die Hütte nannte sich nun "Herzogliche Eisenhütte Mägdesprung". In dankbarer Erinnerung an seinen Vater, Fürst Friedrich Albrecht von Bernburg-Anhalt, ließ Herzog Alexius 1812 den Obelisk errichten, der fortan das Gesicht von Mägdesprung prägte, auf unzähligen Stichen dargestellt wurde und damit Mägdesprung in Europa bekannt machte. Leider wurde er 1978 abgetragen und verschrottet
(...)
1825/27 wurde ein Fabrikgebäude gegenüber dem Verwaltungsgebäude, die heutige "Alte Fabrik", gebaut, 1828 ein Wohnhaus für den Direktor Zincken. Nach wie vor war aber der Maschinenbau der Schwerpunkt, was auch im Bau des Carlswerkes (1827) und der Neuen Maschinenfabrik (1929) zum Ausdruck kam. Es gab nun einen Maschinenmeister und einen Hüttenmeister (von 1844 bis 1863 war das Carl Bis
(...)
1875 erfolgte die letzte eigene Eisenverhüttung. Danach wurde in Mägdesprung nur noch Fremdeisen verarbeitet.
(...)
Maschinenbau und Kunstguss arbeiteten recht rentabel. Dies verbesserte sich dann noch 1887 mit dem Bau der Schmalspurbahn, der heutigen Selketalbahn, da sich die Transporte wesentlich verbilligten.
(...)
So etwa ab 1910 verzeichnete der Eisenkunstguss seinen Niedergang. Als Folge davon wurde die Hütte 1917 an die "Harzgeröder Maschinenfabrik GmbH", in der Dr. Max Horn die Aktienmehrheit besaß, verkauft.
(...)
Neben den üblichen Hüttenerzeugnissen wurden in den 1940er Jahren im großen Raum der Alten Fabrik Zulieferteile für die Gasgeräteproduktion der Junkerswerke Dessau gefertigt. Im April 1945, beim Einmarsch der Amerikaner, brannte das Modellhaus an der Selke mit seinem kulturhistorisch so wertvollen Bestand an Maschinen- und Kunstgussmodellen ab. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen stand das Eisenhüttenwerk durch die sowjetische Militäradministration unter Sequester, kam aber schon 1946 wieder in den Besitz von Carl Horn, als festgestellt wurde, dass die Zulieferprodukte für Junkers nicht "kriegswichtig" waren. Die Produktion wurde von behördlicher Seite auf Gasgeräte und Herde beschränkt.
(...)
Nach der Deutschen Einheit, wurde das Werk an die Familie Horn rückübertragen. Es konnte sich die kleine Firma "Mägdesprunger Eisenhüttenwerk GmbH Gas- und Kochgeräte" bilden, deren Produktion immer weiter zurückgeht.
(...)
In der Neuen Maschinenfabrik konnte sich bis 1991 eine eingeschränkte Produktion auf dem Gebiet des Sondermaschinen- und Werkzeugbaus und auf dem Reparatursektor halten. Danach wurde sie „abgewickelt“. Die Stadt Harzgerode pachtete von den Eigentümern das Gelände des ehemaligen Carlswerkes und das Gebäude der ehemaligen Neuen Maschinenfabrik mit den sich darin befindlichen Maschinen und Ausrüstungen zur dauerhaften Nutzung für das öffentliche Gemeinwohl. Es begannen denkmalpflegerische Maßnahmen zum Erhalt der historischen Werkstätten.



Ich habe den Hinweis auf die Selketalbahn fett hervorgehoben. Auch wenn es keinen eigenen Gleisanschluss gegeben, gibt es damit doch einen Hinweis auf die Nutzung durch die Eisenhütte.

Gruß --- Jürgen


OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.507

28.10.2010 21:31
#12 RE: Das Carlswerk in Mägdesprung Antworten

Sehr informativ!
Also kein Gleisanschluss aber Nutzung der GHE. Bestens.
Erinnert mich etwas an die Königshütte in Bad Lauterberg, wo in neuerer Zeit auch nur "Fremdeisen" und Schrott verarbeitet wurde und auch Teile für Gasherde hergestellt wurden. Die waren eine "Freude" beim Gießen. Viel Ausschuss! Ich war dabei als Hilfsarbeiter, die die Gewichte aufsetzen mussten, die Unter- und Oberkasten zusammenhielten.

OOK.
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