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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 204 mal aufgerufen
 Bergbau
Zackel Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 973

11.06.2020 22:52
Kohlen für den Harz Antworten

Moin,

man lernt ja bekanntlich nie aus. Heute habe ich erfahren, dass bis zum zweiten Weltkrieg ein Großteil des westharzer Bedarfes an Steinkohlenprodukten wie Hausbrand, Kesselkohle, Koks und Briketts nicht etwa vonne Ruhr oder aus dem heutigen Polen kam, sondern aus den westlich von Hannover gelegenen Steinkohlenrevieren Deister, Schaumburg und Minden. Besonders die ersten beiden waren bis zur Stilllegung der Zechen Barsinghausen und Obernkirchen um 1960 ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Da sie zum Preussag-Konzern gehörten, waren sie - neben Ibbenbüren - Haus-und-Hof-Lieferant der Metallhütten und Bergwerke. Ein entscheidender Vorteil war ferner die räumliche Nähe und damit die geringeren Frachtkosten gegenüber den anderen Revieren, und bezüglich der Qualität der Kohlen brauchten sich die Niedersachsen nicht vor Ruhrkohlen verstecken.

Im Deister besteht mit dem Klosterstollen in Barsinghausen und dem Feggendorfer Stolln bei Lauenau existieren zwei hervorragende Besucherbergwerke, wo dem Interessierten die Arbeitswelt des Kohlekumpel anschaulich vermittelt wird.

Glückauf

Jörn

____________________________

"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."


Volka Offline




Beiträge: 4.559

22.06.2020 21:40
#2 RE: Kohlen für den Harz Antworten

Hi Jörn,

bei solchen Infos wie Großteil bin ich ja immer vorsichtig.

Im Netz konnte ich nicht viel zur Förderleistung der Gruben im Deister und erst Recht nicht zu den bei Obernkirchen erfahren. Bei den aber berichteten Jahresleistungen kann ich mir nicht vorstellen, dass der Großteil des Bedarfs des Westharzes gedeckt wurde zumal die Gruben mit Garantie auch noch die nähere Umgebung versorgt haben. Aber was mögen alleine die drei Hüttenstandorte Clausthal-Zellerfeld, Lautenthal und Oker an Koks und Kohle alleine pro Tag verbraucht haben? Insbesondere wo stand die Kokerei um aus Kohle Koks zu machen? Aber vermutlich war die Schmelzleistung der Hütten in den ersten Nachkriegsjahren auch reduziert.

Nichtdestotrotz eine sehr interessante Information woher im Harz auch die Kohle bezogen wurde und welche Bedeutung die von dir genannten Gruben dennoch gehabt haben!

Viele Grüße

Volker


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