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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 161 mal aufgerufen
 Harzliteratur
OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.507

05.05.2009 20:39
Köhlerei und Harzer Kühe Antworten

Am 2. Mai hatte ich mal wieder Gelegenheit, die Grosse'sche Buchhandlung in Clausthal heimzusuchen. Die hat traditionell eine sehr umfassende Harzabteilung mit zahllosen Büchern über Bergbau, Wassernutzung, Heimatkunde etc. Die Suche nach etwas (für mich) Neuem verlief erfolgreich:
1. Albrecht v. Kortzfleisch u.a.: Köhlerei im Harz, CLZ 2008, ISBN 978-3-89720-988-6
2. Uwe Alge u.a.: Harzer Hirten - Harzer Kühe, CLZ 1998, ISBN 3-89720-139-9

Ich habe diese beiden Bücher erworben. Das war nicht besonders aufwändig, denn das mächtige Köhlereibuch (350 Seiten 21,5 x 30 cm) kostet dank diverser Subentionen nur knapp 25 Euro, das kleinere Kühebuch (250 Seiten 14,4 x 21 cm) gar nur ca. acht Euro.

Bisher hatte ich nur Gelegenheit, die Bücher durchzublättern und bin erschlagen von der Fülle des historischem Materials. Und es gibt, speziell beim Köhlerei-Buch auch sehr viel zu lesen. Es ist eine Freude, dass es solche Bücher gibt.

OOK.
www.0m-Blog.dewww.edition-jaffa.de
_______________________

Angefügte Bilder:
Köhlerei_Rotvieh.jpg  

kuno Offline



Beiträge: 1.501

05.05.2009 21:07
#2 RE: Köhlerei und Harzer Kühe Antworten

Hallo Otto,
zum Köhlereibuch eine Ergänzung von mir:
Die Geschichte des Harzes ist eng und ausschließlich mit Bergbau verbunden. Diese Industrie hat sich schon wesentlich früher als bisher vermutet (Rammelsberg hat 1968 1000 Jahre gefeiert) hier entwickelt. Bohrproben aus den Harzer Hochmooren konnten schon um 350 n. Chr. (röm.Eisenzeit) starke Luftverschmutzungen durch Rennöfenfeuer und Köhlerei ermitteln. Das "schmutzige Gewerbe" der Köhlerei fristete bisher ein Schattendasein in der Harzer Industrie- und Kulturgeschichte. Dieses Buch schafft ein Verständnis und eine Erklärung für die Abhängigkeiten der verschiedenen Erwerbszweige (Bergbau, Hüttenwesen, Köhlerei, Holzarbeit, Fuhrgewerbe usw.).
Wer heute offenen Auges durch die Wälder streift, wird selbst bei kurzen Spaziergängen Dutzende Meilerstellen (rund platte Bodenbeschaffenheiten) finden. Durch das massive Verkohlen von Holz war der Harz oftmals komplett abgeholzt, bevor eigentlich erst ab dem 18. Jahrhundert die nachhaltige Forstwirtschaft das Nachpflanzen von Bäumen ermöglichte und seitdem das heutige Aussehen des Harzes prägte.
Dieses Köhlereibuch, an dem auch ich mit einige Fotos und Ansichtskarten beteiligt bin, kann ich nur jedem Harzfreund empfehlen, um die Bedeutung dieses unseres Mittelgebirges erst zu verstehen.

LG
Jörg


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