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Dieses Thema hat 53 Antworten
und wurde 3.063 mal aufgerufen
 Sonstiges
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Bergmensch Offline




Beiträge: 3.247

10.01.2024 22:56
#46 RE: BHG Niedersachswerfen Antworten

Hallo Volker,
so kenne ich es auch noch.

Gruß von ganz oben, der Bergmensch 🙋‍♂️


Volka und Harzwanderer haben sich bedankt!
Bergmensch Offline




Beiträge: 3.247

11.01.2024 16:47
#47 Mal ein paar Erinnerungen. Antworten

Die Einfahrsignale A+B jeweils Einflüglich in Nds standen Anfang der 1970er Jahre noch an ihren Standorten und waren mit Kreuz ungültig gemacht.
Nds war ein Bhf mit ferngestellten Weichen, wie auch Steinerne Renne und Drängetal. Das Stellwerk befand sich im vorgezogenen Fahrdienstleiterbüro mit den seitlichen Streckenbeobachtungsfenstern. An der Ladestr. gab es mindestens eine seitliche Betonrampe. Auf dem Bild mit der 239 ist sie links neben der rechten Pufferbohle der Lok kurz zu sehen.
Ob das ehem. Gleis von Harzungen ein Einfahrsignal hatte weiß ich nicht. Kann ich mir aber nicht vorstellen. Alle Anlagen dazu waren bei meinen Dienstantritt beseitigt.

Der Rückbau auf Einflügligen Signale und auch ggf. der Abbau von Hauptsignalen geschah immer von Nordhausen aus in Richtung Wernigerode/Schierke, weil die Signalwerker in Nordhausen beheimatet waren und immer von da aus ihre Rückbauaktivitäten starteten. Zuletzt war eben Schierke dran. Die zweiten Signalflügel wrden abgebaut weil nicht mehr erforderlich. Der 2. Flügel suggerierte nämlich eine Einfahrgeschwindigkeit von 40 km/h wobei in allen Bahnhofseinfahrten nur mit höchstens 25 km/h gefahren werden durfte.

Gruß von ganz oben, der Bergmensch 🙋‍♂️


Harzwanderer Offline



Beiträge: 1.210

15.01.2024 12:37
#48 RE: Mal ein paar Erinnerungen. Antworten

Danke an Volker, Deine Recherchen sind wirklich grundsolide.
Und danke an Reiner für die Ergänzungen. Schöne Mosaiksteine, die immer wieder die Lücken auffüllen.
Ich kann wenig beitragen, lese aber sehr interessiert mit!

Beste Grüße, Bernd


Volka hat sich bedankt!
Volka Offline




Beiträge: 4.534

16.01.2024 21:27
#49 RE: Mal ein paar Erinnerungen. Antworten

Hallo,

ich kann mich das nur Bernd anschließen: Reiners Erinnerungen sind immer wieder unglaublich hilfreich! Selber betreibe ich ja nur "Trockenschwimmen".

Viele Grüße

Volker


Bergmensch Offline




Beiträge: 3.247

16.01.2024 21:55
#50 RE: Mal ein paar Erinnerungen. Antworten

Hallo Trockenschwimmer.

Gruß von ganz oben, der Bergmensch 🙋‍♂️


Volka hat sich bedankt!
Volka Offline




Beiträge: 4.534

17.01.2024 09:34
#51 RE: Mal ein paar Erinnerungen. Antworten

Zitat von Bergmensch im Beitrag #50
Hallo Trockenschwimmer.

Hallo Burggrafenlokführer :-)


Bergmensch hat sich bedankt!
Volka Offline




Beiträge: 4.534

11.02.2024 18:24
#52 Anschluss Gipswerk Probst in Niedersachswerfen Antworten

Anschlussbahn der Firma A. & F. Probst KG, Fabrik neuzeitlicher Gipsbaukörper, in km 8,075 Niedersachswerfen Ost der Strecke Nordhausen - Wernigerode, heißt die Akte M 60, Nr. 4668 des Landesarchiv Sachsen-Anhalt. Dirk Endisch gibt in seinem Buch denselben Standort an und Jürgen Steimecke dagegen 8,057 km, was dann aber sicherlich ein Zahlendreher ist. Einig sind die beiden sich, dass die Nutzlänge 54 m betrug, die Bedienung am 26.09.1964 endete und am 21.05.1965 die Anschlussweiche ausgebaut bzw. der Anschluss zurückgebaut wurde.

Wenn ich mir das schon bekannte Luftbild von 1944 ansehe und den Kilometer 8.075 ausmesse, komme ich auf das folgendes Bild bzw. Bilder. Vom Zaun bis zum Prellbock sind es dann ca. 53 - 54 m.


Anschluss Probst im Luftbild von 1944


Anschluss Probst im Luftbild von 1953


Ehemaliger Verlauf des Anschluss Probst im Luftbild von 1980



Ehemaliger Verlauf des Anschluss Probst im digitalen Orthophoto von 2021

Auf diesen Anschluss ist auch Winfried Schwarzbach / Krimderöder hier in dem bereits zitierten Beitrag eingegangen: Umbauten auf der Südharzstrecke der NWE im Schatten des Mittelwerkes 1. Im Vorfeld zu diesem Beitrag habe ich mit ihm Rücksprache gehalten. Er erzählte mir, dass der eigentliche Gipsbruch ca. 1 bis 1,5 km entfernt lag und die abgesackte Ware auf Anhängern hinter einem Traktor zu dem Anschlussgleis transportiert und dort umgeladen wurde. Eine Feldbahn existierte jedoch nicht. Hier gibt es übrigens eine Zeichnung aus der Sammlung des Förderkreis Königshütte Bad Lauterberg e.V. zum Neubau jenes Gipswerkes: https://kulturerbe.niedersachsen.de/full...kuniweb_908243/ Der Plan ist jedoch vom März 1914 also kurz vor dem Beginn des 1. Weltkriegs. Insofern ist es für mich fraglich, ob er noch umgesetzt wurde, Das Gebäude konnte ich auf Luftbildern nicht entdecken.

Der Anschluss Probst wurde im 2. Weltkrieg 1944 noch zur Anbindung der unterirdischen Produktionsstandorte an die NWE umgebaut. Hierüber sind auch die Transporte von KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Harzungen gelaufen. Von diesem Teil des unmenschlichen Nazi-Wahnsinns ist auf dem Luftbild vom 12.9.1944 noch nichts zu sehen. Nur die beschriebene 900 mm Feldbahn ging entlang der Appenröder Straße über die Bere. Das ist in dem folgenden Bildausschnitt an den für die NWE-Wagen viel zu kurzen Schatten und auch im weiteren Verlauf der Strecke in diesen und anderen Luftbildern zu sehen. Darüber sind Winfried und ich uns einig. Noch nicht spruchreife Vorstellungen über den Verlauf haben wir dennoch.

Hier der Bildausschnitt mit den für NWE-Güterwagen zu kurzen Schatten:



Viele Grüße

Volker

Angefügte Bilder:
Probst1944.jpg   Probst1944M.jpg   Probst1953.jpg   Probst1980.jpg   Probst2021.jpg  

BahnBib Offline



Beiträge: 44

12.02.2024 12:44
#53 RE: Anschluss Gipswerk Probst in Niedersachswerfen Antworten

Hallo Volker,

besten Dank für die Details, das ist also die 'Endhaltestelle' Appenröder Straße oder wie es im Fahrplan hieß Abzw. Mühlberg (Siehe Seite 2 in diesem Strang)
Mich würde interessieren wie bei diesen engen Platzverhältnissen für die doch recht langen Häftlingszüge ein Umsetzgleis dort angelegt werden konnte, zumindest wurde das hier spekuliert da die Züge nicht sehr lange dort gestanden haben.
Oder ob überhaupt, da das Lager am 01.04.1944 gegründet wurde und die Luftbilder vom 12.09.1944 sind und sich praktisch nichts geändert hat.

Eine Frage noch: Hatte die im Beitrag von Krimderöder erwähnte Baufeldbahn mit der 900mm Anschussbahn zu tun? Spurweite soll die selbe gewesen sein.
Laut dem Beitrag soll im Mühlberg noch ein Torso einer Lok gefunden worden sein und auf dem Appellplatz in Dora aufgestellt worden sein, wenn es dieser ist sieht es eher nach 600 mm aus.

Im Museum von Mittelbau steht auch noch so eine rottige Lore mit Doppelpufferung, die habe ich im Museum aber eher auf maximal 900mm schätzen können.

Gruß
Till


Volka Offline




Beiträge: 4.534

12.02.2024 21:01
#54 RE: Anschluss Gipswerk Probst in Niedersachswerfen Antworten

Hallo Till,

eigentlich wollte ich gerade diesem doch sehr umfassenden Thema zum jetzigen Zeitpunkt ausweichen, aber ich merke schon: Es ist zu eng verzahnt.

Wir müssen uns das Ganze meiner Ansicht nach so vorstellen, dass etwas im Sommer 1944 oder eventuell teilweise schon früher geplant wurde und in der kurzen Folgezeit alles mit Gewalt versucht wurde umzusetzen. So gibt es einen per alliiertem Luftbild festgestellten Zustand vom 12.9.1944 als auch der Bahnhof Niedersachswerfen noch nicht umgebaut gewesen ist, aber die Strecke nach Harzungen bereits existierte. Zu jenem Zeitpunkt war die vom Anschluss Probst ausgehende weitere Streckenführung vermutlich schon geplant, aber wenn noch im Anfangsstadium des Baus. Die Berichte besagen, dass der 1000 mm Anschluss letztendlich über die Behre auf deren westliche Seite hinausgegangen ist und bis zum Ende des dort einmal vorhandenen gewesenen Sportplatzes ging. Die Entfernung vom Bahnhof Niedersachswerfen NWE betrug 1,5 km bis dort. Das war dann wohl der Abzweig Mühlberg, der über den Anschluss Probst hinausging. Wann dieser Stand erreicht wurde, kann ich dir nicht sagen. Es sind wohl noch Gleise weiter westlich verlegt, aber nicht mehr in Betrieb genommen worden. In der Zeit zuvor mussten die Häftlinge entweder von Niedersachswerfen aus laufen oder sind eventuell irgendwo im Bereich oder Nähe des Anschlusses Probst umgestiegen. Die vermutlich authentistischen Berichte gibt Bornemann wieder. Die sprechen von geschobenen Zügen in Richtung Harzungen. Bauer macht in seinem Buch daraus, dass es in Harzungen kein Umsetzgleis gab. Das stimmt dann wieder nicht.

Zu den Feldbahnen und der aus den Stollen geborgenen Lok, die jetzt nahe des Eingangs der Gedenkstätte steht: Selber habe ich die Lok ein oder zweimal gesehen, zuletzt vor 20 Jahren. Ich kann dir nicht sagen welche Spurweite diese hatte, auch wenn ich damals mit einem waschechten Feldbahner dort war. Auch kann ich dir nicht sagen, wo 600 mm Gleise lagen. Aus der deutlichen Sichtbarkeit in den Luftbildern geht für mich zumindest hervor, dass diese zwischen den Stollen am Himmelberg (B3) nahe Bischofferode und Niedersachswerfen 900 mm betragen haben muss. Die Skizze aus der Hand Bornemanns dazu kann man sich in diesem Beitrag von kuno anschauen: Strecke nach Harzungen (2)

Es vermutet übrigens sehr erstaunlich an, dass die Stollen zur unterirdischen Produktion im Himmelberg über die NWE in Niedersachswerfen angeschlossen werden sollte. Von der damals zweigleisigen Hauptbahn Northeim - Nordhausen ist es bis dort nur ein kurzes Stück. Zu Erklären ist es wohl nur durch die an sich damals schon vorhandene hohe Auslastung der Strecke - hier waren die ersten Serien 44er im Einsatz - sowie dem zusätzlichen Verkehr zum Kohnstein / KZ Dora. Die nördlichen Tunnelausgänge im Kohnstein waren dagegen von dem benachbarten Woffleben aus normalspurig angebunden.

Viele Grüße

Volker


Krimderöder und Harzwanderer haben sich bedankt!
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